Büroflächenumsatz geht um knapp ein Drittel zurück –Spitzenmieten trotzen dem Abschwung
Julia Dietrich für Savills- 2009-07-02
In den fünf größten deutschen Büromärkten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres etwa 987.500 m² Büroflächen umgesetzt. Dies sind knapp 32 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Der sich schon zum Jahresbeginn abzeichnende zyklische Abschwung an den deutschen Bürovermietungsmärkten setzte sich damit auch im 2. Quartal unvermindert fort. Die Spitzenmieten gaben dessen ungeachtet gegenüber den Vorjahreswerten nur geringfügig nach (ca. - 1,7 % im Durchschnitt aller Märkte) – nur im traditionell sehr volatilen Frankfurter Markt ging die Spitzenmiete spürbar zurück. Demgegenüber kann Düsseldorf als einziger Markt auf eine im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegene Spitzenmiete verweisen. Das mittlere Mietniveau ging etwas deutlicher um durchschnittlich 4,4 % zurück.
In allen fünf Märkten reduzierte sich die Vermietungsleistung jeweils im zweistelligen Prozentbereich: Berlin verzeichnete einen Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr des vergangenen Jahres um etwa 30 %, Düsseldorf um 59 %, Frankfurt um 13 %, Hamburg um 29 % und München um 33 %. Auch im Vergleich der beiden Quartale des laufenden Jahres ist in beinahe allen Märkten ein Rückgang des Flächenumsatzes zu verzeichnen. Lediglich in München konnten im 2. Quartal mehr Büroflächen vermietet werden (ca. 132.900 m²) als in den ersten drei Monaten (ca. 118.000 m²), in Hamburg blieb der Umsatz stabil.
Geht man davon aus, dass der Büroflächenumsatz auch im 2. Halbjahr knapp ein Drittel unter dem des Vorjahreszeitraums bleibt, ergäbe sich ein rechnerischer Jahresumsatz für die fünf großen deutschen Büromärkte von ca. 1,63 Mio. m². Dies wäre der niedrigste Wert der vergangenen 10 Jahre. Allerdings befinden sich noch einige Großabschlüsse in Verhandlung, mit deren Abschluss im Laufe des 2. Halbjahres gerechnet wird. Dennoch wird der Flächenumsatz im Jahr 2009 höchstwahrscheinlich deutlich unter dem 10-jährigen Mittelwert (ca. 2,2 Mio. m²) bleiben. Nicht zuletzt der für das 2. Halbjahr erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit dürfte die Büromärkte zusätzlich belasten. Der Leerstand wird deshalb trotz niedriger Fertigstellungsvolumina in allen Städten zunehmen, die Mietpreise werden weiter unter Druck geraten.


















